Einsatzablauf

Die Flugbesatzung trifft ein, während die letzten überprüfungen abgeschlossen werden. Sie haben ihre Flugtaschen und Fallschirme bei sich, tragen olivgrüne Overalls, dicke braune Schaffelljacken und Hosen. Zur Standardbesatzung einer B-17G gehörten nach Rang und Position die folgenden:

Pilot 1st Lieutenant
Co-Pilot Flight Officer
Bombenschütze 2nd Lieutenant
Navigator 2nd Lieutenant
Techniker/oberer Turmschütze Technical Sergeant
Funker Technical Sergeant
Kugelturmschütze Staff Sergeant
Rechter Rumpfschütze Staff Sergeant
Linker Rumpfschütze Staff Sergeant
Heckschütze Staff Sergeant

Die Besatzungsmitglieder führen eigene Kontrollen durch und bestätigen über ihr Kehlkopfmikrofone, dass sie alle ihre Stellungen eingenommen haben. Die Motoren werden angelassen und der Höhenmesser wird auf die Höhe des Flugplatzes eingestellt. Dann wird das Signal zur Entfernung der Bremsblöcke gegeben. Die B-17 setzt sich in Bewegung und schließt sich den anderen Bombern in einer festgelegten Formation am Rand der Rollbahn an. Der Pilot muss darauf achten, dass das 30 Tonnen schwere Flugzeug dabei nicht von der geteerten Fahrbahn abkommt. Da er jedoch keine Sicht nach vor hat, muss er durch ein Seitenfenster seines Cockpits schauen und die Maschine anhand des Fahrbahnrandes steuern. Dabei versucht er die, die Bremsen soweit wie möglich zu schonen, da er verhindern möchte, dass die Bremsbeläge durchbrennen. Die Motoren werden auf 1500 U/min beschleunigt, um die Zündkerzen von jeglichem Schmutz zu säubern. Währenddessen behält der Heckschütze das darauf folgende Flugzeug im Auge - für den Fall, das es sich über den Standartabstand von 30 Yards (ca. 30 m) nährt. Hat das Flugzeug die 1/4 Meilen (ca. 2 km) lange Rollbahn erreicht, dann wartet es auf die anderen Mitglieder der Staffel. Anschließend wird eine Startkontrolle durchgeführt: Querruder, Höhenruder und die Seitenruder Trimmklappenkontrollen werden auf Null eingestellt. Die Flügelklappen werden hochgezogen und die Regler zum Anstellen der Propellerblätter getestet. Die Generatoren werden eingeschaltet, die Turbo-Aufladesysteme überprüft und die Parkbremse und die Verriegelung des Spornrads gelöst.

Der Kapitän bringt das Flugzeug kurz nach der zuvor gestarteten Maschine auf der 150 Fuß (ca. 45 m) weiten Rollbahn in Startposition. Er stellt das Spornrad auf "On", um die B-17 während des Starts geradezuhalten. Die Kreiselkompasse, Generatoren und Treibstoff-Verstärkerpumpen werden einer letzten Kontrolle unterzogen. Währenddessen wartet der Kapitän auf das doppelte grüne Lichtsignal vom Lotsenwagen. Der Lotse schaut durch das Glasdach des Wagens und gibt mit der Aldis-Lampe das Signal. Er versucht dabei, die Maschine in Abständen von einer Minute starten zu lassen. Der Kapitän verringert den Druck auf die Fußbremse, wählt die korrekte Druckerhöhung und öffnet die Drosselklappen. Mit einer Geschwindigkeit von 100 mph (ca. 150 km/h) hebt die B-17 ab, der Pilot lockert seinen Griff am Steuerknüppel und zieht das Fahrwerk ein. Dies ist wohl der Moment, dar am meisten an den Nerven zerrt, da das Flugzeug schwer beladen mit Bomben und Treibstoff schwerfällig aufsteigt und langsam seine Geschwindigkeit erhöht. Hat die Maschine die geforderte Geschwindigkeit von (IAS - Idicated Air Speed) von 150 mph (ca. 225 km/h) erreicht, dann drosselt der Kapitän die Motoren und reduziert den Drehzahlbereich von 2500 auf 2300, in dem er die Regler zum Anstellen der Propellerblätter entsprechend verstellt. Das Flugzeug soll nun 300 Fuß (100 m) pro Minute an Höhe gewinnen und somit durch die Wolkendecke stoßen, um sich dann über den Wolken mit den anderen zu formieren. Dabei ist die Gefahr einer Kollision mit einem anderen Flugzeug des Geschwaders besonderst groß.

B-17G #42-97284 Ain't Misbehavin 359BS