In einer B-17
Der Pilot wird in seinem Sitz festgeschnallt - eine weitere Einschränkung der Bewegungsfreiheit -, und dann muss er 30 Tonnen Stahl und Aluminium, beladen mit Treibstoff und Bomben, vom Boden wegbringen.
Von dem Augenblick an, in dem auf der Startbahn die Gashebel auf Vollgas vorgeschoben werden, beginnt die Spannung. Die Geschwindigkeit steigt auf 150, 200 Km/h, bevor der schwere Bomber vom Boden abhebt. Schon das geringste Abweichen von der Startbahn würde die Reifen zum Platzen bringen und das Flugzeug in eine Feuer- und Rauchsäule verwandeln. Die ganze Besatzung hält den Atem an. Aber die Maschine ist nicht abgerutscht, sie fliegt.
Jetzt wird es Zeit, die Sauerstoffmaske anzulegen, so dass der Gummi sich langsam in die Haut einpresst. Jetzt kommt für den Piloten der Augenblick, sein Funkgerät so weit aufzudrehen, bis die atmosphärischen Störungen und die feindlichen Störsender übertönt werden. Ein ohrenbetäubender Lärm setzt ein, es darf aber kein Wort überhört werden.

Nun wird es Zeit für den Piloten, sein Augenmerk ständig auf die über und neben ihm fliegenden Maschinen zu richten, mit einer Hand die Steuersäule zu halten und mit der anderen vier Gashebel und die Steuerung der vier Verstellpropeller in die richtige Lage zu bringen, mit den Füßen die Seitenruder-Pedale gegen die harte Federung zu drücken - kurzum, genau in der Formation zu bleiben, während die Maschinen 100 Meter pro Sekunde vorwärts jagen und in der böigen Luft auf und ab stampfen. Die Schützen fangen nun an, in ihren Drehtürmen systematisch den Himmel nach feindlichen Jägern abzusuchen, die sich jeden Augenblick auf den Verband stürzen können. Der Navigator beginnt schwitzend sein unablässiges Rechnen und Kontrollieren.
Bereits nach 2 oder 3 Stunden spürt der Pilot Schmerzen in Armen, Beinen und im Rücken; auch die übrige Besatzung fühlt sich steif. Das Kehlkopfmikrofon beginnt die kleinsten Rasierwunden in quälender Weise aufzuscheuern; der Rand der Schwimmweste reibt die Backen wund. Aus den Kopfhörern ertönt, sobald man über 6000 Meter fliegt, ein irritierendes Geräusch wie eine Kreissäge, das einem auf die Nerven geht. Kälte kriecht durch die dicke Bekleidung. Die Sauerstoffmaske presst sich auf das Gesicht wie eine würgende Hand. Instinktiv möchte man sie lösen und wegreißen; die Vernunft zwingt jedoch, es zu unterlassen.