In einer B-17

Spätestens in der fünften Flugstunde muss man jeden Augenblick damit rechnen, dass deutsche Jäger über den Kampfverbänden auftauchen, um sich mit heulenden Motoren auf sie zu stürzen. Aber mit den Bombern fliegen die Thunderbolt- und Mustang-Jäger - für die Bomberbesatzungen sind ihre dunklen, dicken und eleganten schlanken Rümpfe schöner als der schönste Mädchenkörper.

Obere Geschützturm

Das Zeichen des Angriffs ist der Anruf des oberen MG-Schützen: "Me-109-Jäger fünf Uhr. Hoch. Zehn Stück." Nach dem ersten leichten Druck auf die Magengegend, den die Meldung auslöst, wartet jeder gespannt, bis das Geknatter des schweren Zwillings-MG des oberen Turmes anzeigt, dass der Kampf begonnen hat. Von nun an geht alles so schnell, dass gar keine Zeit bleibt, sich zu fürchten. Geschosse spritzen durch die Bordwand mit dem Geräusch eines pneumatischen Niethammers.

Der rechte Rumpfschütze wird getroffen. Der Copilot erhält den Befehl, ihm Erste Hilfe zu leisten. Bereits in den nächsten Minuten fangen für ihn die Schwierigkeiten an. Am schlimmsten ist die Enge des Raumes: Der Copilot muss erst den Sicherheitsgürtel lösen, die Stecker für Heizung und Funkgerät herausziehen, den Rüssel des Sauerstoffgerätes abnehmen und schließlich seinen Sitzfallschirm ablegen. Wird die Maschine während der nächsten 10 Minuten getroffen, so ist der Copilot derjenige, der auf keinen Fall abspringen kann. Er hängt eine tragbare Sauerstoffflasche um, windet sich aus seinem Sitz und zwängt sich nach hinten.

Jede einzelne Falte seiner Fliegerkombination scheint dafür geschaffen zu sein, an allen Griffen, Knöpfen, Hebeln und Kanten hängen zu bleiben, von denen es im Innern des Bombers unzählige gibt. Neben dem Unterteil des oberen Kampfstandes kann er sich gerade vorbeidrängen, aber nur wenn der Turm stillsteht; schwenkt ihn der Schütze jedoch herum, so besteht die Gefahr, dass er vom Getriebe erfasst und verletzt wird. Der schmale Gang neben dem Bombenschacht ist voller kantiger Rippen und Verstärkungen.