Verteidigung

Die Geschütztürme und Lafetten

Ursprünglich bestand die Abwehrbewaffnung des Bombers lediglich aus handbedienten Maschinengewehren, die drehbar auf an der Flugzelle befestigten Lafetten gelagert waren. Von großem Nachteil hierbei war jedoch, dass es sehr schwierig wurde, das MG in den 320 Km/h - Luftschraubenstrahl zu drehen. Dadurch wurde das Schussfeld stark eingeschränkt. Im nächsten Schritt wurde eine drehbare Lafette entwickelt, so dass der Schütze das MG ungehindert gegen den Feind richten konnte. Das Problem des Schraubenstrahls wurde gelöst, indem man Geschütztürme mit Motorantrieb installierte, die das Schwenken des Geschützes und der Gewehrlafette ermöglichten. Dadurch erhielt der Schütze freie Hand für die Kontrolle des Aufsatzes und der Seitenrichtung. Angetriebene Geschütztürme wurden schnell modern. Die Schützen wären buchstäblich in der Lage gewesen, ihre Namen auf einer Karte zu schreiben, wenn sie einen Stift in den Gewehrlauf gesteckt hätten. Die Geschütze in einer B-17 wurden automatisch geladen und abgefeuert. Bei allen vorhergehenden Bombermodellen war die Fähigkeit, sich gegen Angriffe von unten zu verteidigen, minimal. Der einzige, wirklich erfolgversprechende bemannte Geschützturm war der US-Sperry-Kugelturm, der in die B-17 und B-24 eingebaut wurde. Seine Einzigartigkeit bestand darin, dass er elektrohydraulisch angetrieben wurde und der Schütze zu seiner Bedienung auf dem Rücken lag.

MG des Funkers

Die Geschützvisiere

Zu Beginn des Krieges bestanden die Visiere einfach aus Kimme und Korn, durch die die Schützen einen Fixpunkt im Auge behalten mussten. Die Zielgenauigkeit hing also von der Fähigkeit der Schützen ab, die Seitenabweichung (die Abweichung des Geschosses auf seinem Weg zum Ziel) zu berechnen. Es war immer noch schwierig, ein sich bewegendes Ziel zu treffen. Diese Visiere wurden schließlich vom Spiegelvisier überholt, das im wesentlichen ein Lichtzielgerät war und dem Schützen erlaubte, seinen Kopf zum und vom Visier weg zu bewegen, ohne dabei einen Abweichfehler zu erzeugen. Der Schütze musste lediglich das Ziel mit dem Fadenkreuz im Zielfernrohr anvisieren. Bis zum Ende das Krieges waren die meisten Bomber mit Kreiselkompass-Berechnungsgeräten - mit denen die Zielabweichung sehr genau vorausberechnet werden konnte, unabhängig von der Position des Ziels und des Geschützes - oder mit Ausgleichzielgeräten ausgestattet, die die Geschwindigkeit des Flugzeugs in Rechnung stellten und zur Entfernung und Geschwindigkeit des feindlichen Fliegers ins Verhältnis setzten.