Projekt Aphrodite

B-17F 42-30066 Mugwump

B-17F 42-30066 "Mugwump" gehörte einst zur 100th BG bevor sie für das Aphrodite-Projekt ausgewählt wurde. Sie wurde am 30. Oktober beim Angriff auf Helgoland zerstört.

Am 27. Oktober erging vom USSTAF die Anweisung, die noch vorhandenen Castor-Flugzeuge für Angriffe auf Industriekomplexe in deutschen Großstädten soweit landeinwärts wie möglich einzusetzen. Hierzu war es erforderlich, eine zusätzliche Motorleistungsregelung einzubauen, um in 10.000 Fuß (3.000 m) Höhe in das gegnerische Territorium eindringen und in Zielnähe die Flughöhe auf 250 Fuß (75 m) verringern zu können. Eine noch größere Einflughöhe wäre zwar wünschenswert gewesen, war aber wegen der öldruckgeregelten Ladersteuerung, die eine Neigung zum Vereisen und damit zum Ausfallen aufwies, nicht möglich.

Im November, nach Herauslösen der Projekte Batty und Anvil, entschied die 3rd Division, die Aphrodite-Einheit an den Heimatplatz der Organisationseinheit, Knettishall, zurück zu verlegen. Dies war bis Ende des Monats abgeschlossen und bereits am 5. Dezember erfolgte von Knettishall aus der Start der ersten beiden Maschinen mit ziel Verschiebebahnhof Herford.

Während des Fluges verschlechterte sich jedoch das Wetter und die dichten Wolken verhinderten das Identifizieren des Bahnhofs. Lücken in den Wolken in der Nähe des Dummersees ermöglichten einen Sinkflug, um vielleicht geeignete Gelegenheitsziele ausmachen zu können. Das erste "Baby" wurde auf Haldorf gelenkt und explodierte südlich der Stadt. Beim zweiten fiel vermutlich infolge Vergaservereisung die Motorleistung ab und es stürzte auf ein Feld, ohne jedoch dabei zu explodieren.

Die Besatzung des begleitenden Mosquito-Aufklärers schien die Maschine unversehrt geblieben zu sein. Daraufhin erging an die Begleitschutz fliegenden Jäger die Anweisung, das "Baby" mit Bordwaffen zu zerstören, was jedoch misslang.

Während das Command annahm, dem Gegner sei ein intaktes "Baby" in die Hände gefallen, so scheint dies jedoch nicht der Fall gewesen zu sein. Eine Meldung lässt vermuten, dass der Castor-Bomber kurz nach der Bruchlandung explodierte und dabei einige deutsche Soldaten ums Leben kamen, die mit dem Untersuchen des Bombers begonnen hatten.

Deutsche Unterlagen über die Aphrodite-Einsätze zeigen, dass zu jenem Zeitpunkt keiner dieser Angriffe als solcher erkannt worden war und geben Grund zu der Annahme, dass der Bomber, wenn er nach der Landung explodiert war, als normale B-17 mit Bombenladung angesehen worden war.