Projekt Aphrodite

Immer wieder Probleme mit der Funksteuerung

Der nächste Aphrodite-Einsatz erfolgte am Morgen des 6. August mit dem Start von zwei weiteren "Babies". Die Verfahren waren die gleichen wie bei den ersten beiden Einsätzen mit einem Haupt- und einem Reserveführungsflugzeug in 15.000 Fuß (4.572 m) Höhe für jedes "Baby" und einem Testkurs über Suffolk vor Verlassen der Küste bei Orfordness.

Die Besatzung des ersten "Babies" hatte ihre Maschine mit dem Fallschirm verlassen. Bei der Annährung an die gegnerische Küste verlor das Führungsflugzeug jedoch den Funkkontakt und die mit Sprengstoff beladene Fortress stürzte ins Meer. Probleme mit der Funksteuerung traten auch bei dem im Abstand von 10 Minuten folgenden "Baby" auf. Nach dem Abspringen der Besatzung und dem überfliegen der Kanalküste ging die Maschine in unkontrollierbare Linkskurven und stürzte ebenfalls ins Meer.

Unzufriedenheit mit den beschränkten Möglichkeiten der Doppel-AZON-Empfänger, die ja auch nur für zeitlich begrenzte Versuche gedacht gewesen waren, führte dazu, dass diese durch wesentlich ausgereifteres Gerät ersetzt wurden, das zwischenzeitlich aus den USA eingetroffen war und eine präzisere Steuerung mit höherer Ansprechempfindlichkeit versprach. Während der Einbauarbeiten und Prüfungen fanden einen Monat lang keine weiteren Aphrodite-Einsätze mehr statt. Die mit den neuen Geräten ausgerüsteten Aphrodite-Flugzeuge erhielten zwar den neuen Decknamen "Castor", trotzdem wurde die Bezeichnung "Aphrodite" als Oberbegriff für das Lenkflugkörperprogramm der USSTAF in Fersfield beibehalten.

Lt. Kennedy mit seiner Liberator im Einsatz

Die Besatzung des ersten "Babies" verließ ihre Maschine zwischen Woodbridge und dem Küstenüberflugpunkt in Orfordness. Der Flug des zweiten "Babies" endete mit einer Katastrophe:

Die US-Navy startete ihr erstes ferngelenktes Flugzeug unter dem Amboss-Programm am Nachmittag des 12. August mit dem Ziel, die V-Waffenstellung in Mimoyecques zu vernichten. Die stets auf ihre Eigenständigkeit bedachte US-Navy hatte zwei eigene Führungsflugzeuge vom Typ PV-1 Ventura mitgebracht und auch selbst ausgerüstet. Als "Baby" fungierte die von Lt. Joe P. Kennedy (siehe Bild links), dem Sohn des US-Botschafters in Großbritannien und Bruder des späteren Präsidenten, John F. Kennedy, geflogene PB4Y-1 Liberator (Bu.No. 32271). Den Platz des Funkers nahm Lt. W.J. "Bud" willy ein.

Lt. Kennedy