Projekt Aphrodite

Eine PB4Y-1. See-Aufklärungsversion der B-24 für die US-Navy.
Der Start erfolgte um 17.52 Uhr. Die 150 Meilen (240 km) lange strecke führte nach Südosten über den ärmelkanal. Die PB4Y-1 konnte voll beladen gut 150 Knoten erreichen, so dass die geschätzte Ankunftszeit über dem Ziel von 19.00 Uhr leicht einzuhalten war. Achtzehen Minuten nach dem Start, in 2.000 Fuß (600 m) Höhe fliegend, hatte Lt. Kennedy die Maschine ausgetrimmt, den Autopiloten aufgewärmt und eingekuppelt. "Spade Flush" meldete er die übergabebereitschaft an Lt. Anderson, den Piloten des hinter ihm fliegenden Führungsflugzeugs. Ab diesem Zeitpunkt steuerte Anderson mit dem so genannten "Peter-Pilot" (kleiner Steuerknüppel) auf der Konsole vor ihm vorsichtig Kennedys Maschine. Dabei stützte er sich auf Radarechos sowie auf Sichtbeobachtungen des Co-Piloten des Reserve-Führungsflugzeugs, da sein TV-Bildschirm lediglich Schneegestöber zeigte. Gemeinsam mit Kennedy begann er die einzelnen Steuerorgane zu überprüfen: Höhenruder, Quer- und Seitenruder, genau so, wie er es auch eine halbe Stunde zuvor bei noch am Boden stehendem "Baby" gemacht hatte.
Fünf Minuten später hatte sich die Maschine mit dem Rufzeichen T-11 auf dem landeinwärts verlaufenden Streckenabschnitt befinden sollen, war jedoch während der Prüfungen der Steuerung 12 Meilen (20 km) weit vom Kurs in Richtung See abgekommen. Sie befand sich in eine Meile südlich des Flusses Blythe und nährte sich dem Ort Beccle. Col. Elliot Roosevelt, Sohn des US-Präsidenten in seinem Mosquito-Fotoaufklärer, hatte sich der Maschine bis auf einige hundert Fuß genährt, um ein paar Aufnahmen machen zu können. Kondensstreifen der begleitenden Mustangs überzogen den leicht bedeckten Himmel über ihnen.
Commander Smith im Bug der B-17 Lt.Col. Forrests, die in einer halben Stunde weit im Süden in der Nähe Dovers landen und die beiden mit dem Fallschirm abgesprungenen Besatzungsmitglieder hätte aufnehmen sollen, sah Kennedys Maschine vor und weit unter sich. Forrest ging in einen leichten Sinkflug über und versuchte aufzuholen. Sowohl Kennedy als auch Willy waren in ihrem "Baby" zu erkennen: Kennedy im Cockpit und Willy hinter seinem Plexiglaskuppel im Bug. Das Fernsehbild in Andersons Führungsflugzeug vom Gelände unterhalb Kennedys Maschine war zwar immer noch schlecht, aber das "Baby" lieferte ein gutes Bild an LT. Demlein im Reserve-Führungsflugzeug. Da es Demlein war, der das "Baby" 40 Minuten lang auf seinem Endanflug ins Ziel steuern würde, schien alles in bester Ordnung.