Berlin
Mit der Mustang über Berlin
Bis jetzt war alles noch relativ ruhig geblieben - die deutsche Luftwaffe griff im allgemeinen keine einzelnen Mustang-Gruppen an. So etwas hätte sie sich nicht hätte leisten können. Ihre Aufgabe war es unsere Bombergeschwader anzugreifen; sie waren ja für den Schaden verantwortlich. Eine brennende B-17 galt mehr als eine Handvoll P-51. Wenn aber eine P-51 im Weg war, griff man sie dennoch an.

Wir kamen am Treffpunkt an, und die Jug-Eskorte (P-47) machte sich auf den Weg zurück nach England. Unser Pulk, die 354th aus Colchester und die P-38 übernahmen den Begleitschutz. Da die Bomber wesentlich langsamer waren, mussten wir in Schlangenlinien über ihnen fliegen. Die P-38 stellten Höhendeckung; wir blieben dicht bei den Bombern, wobei unsere drei Staffeln so verteilt waren, dass die gesamte Bombergruppe gedeckt werden konnte.
Kurz vor dem Ablaufpunkt - in der Regel eine Wende vom bisherigen Kurs auf die Zielanfluglinie - richtete sich schwere Flak auf uns. Wenn die schweren Geschosse nahe an einem vorbeizischten, konnte man einen Orangen Blitz inmitten der der schwarzen Rauchwolke erkennen.
Im Funk überschlugen sich die Stimmen. Die Abfangjäger von vorne! Alle Piloten warfen die beiden Zusatztanks ab und drückten auf den Handfeuerwaffenschalter. Die Luftwaffe hatte alles eingesetzt, was zwei Tragflächen hatte. Soviel ich von meiner Position als Rottenflieger des Kommodore sehen konnte, gab es keinen Angriffsschwerpunkt. Sie kamen aus allen Richtungen, zu zweit, zu dritt oder zu viert.
Mein Rottenführer hängte sich an die Fersen einer zweimotorigen Me 110, die gerade eine B-17 aufs Korn nehmen wollte. Ich deckte ihn und warf auch einen Blick nach hinten. Die 110 kam direkt im vorderen Viertel herein und wir nahmen sie beide unter Beschuss, aber ohne Erfolg. Ihre Geschwindigkeit und der Winkel waren noch zu groß. Eine eng gezogene Kerze brachte uns wieder hinter die Me 110, die im steilen Sturzflug zu entkommen versuchte. Wir beschleunigten immer stärker und feuerten Salve um Salve ab, aber sie war immer noch zu weit weg. Vereinzelt trafen wir und aus ihrem linken Motor stieg etwas Rauch auf. Der Bomberpulk lag nun etliche Meilen hinter uns und der Kommodore beschloss, die Verfolgung abzubrechen und wieder zum eigentlichen Schlachtfeld zurückzukehren.